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Soziologie

Partnersuche zwischen Tradition und Moderne

Harmonie bedeutet Übereinstimmung — viele wissen heute nicht mehr, womit sie übereinstimmen sollen — Hauptsache keine Konflikte.

Viktor Frankl brachte es auf den Punkt: Im Gegensatz zum Tier sagt dem Menschen kein Instinkt, was er muß, und im Gegensatz zum Menschen in früheren Zeiten, keine Tradition, was er soll - und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen, was er will.

Nur um so mehr ist er darauf aus, entweder nur das zu wollen, was die anderen tun, oder nur das zu tun, was die anderen wollen. (V. E. Frankl, Aus: Der Wille zum Sinn, Bern 1991, S 12).

 

Die Gattung Mensch zählt nicht zu den Einzelgängern. Wer sich dennoch in eine mehr oder weniger freiwillige Isolation begibt, keinerlei Interesse an Integration zeigt, wird auffällig bis hin zur Misanthropie oder gar bis zum pathologischen Befund. Nein, der Mensch braucht die Gesellschaft, die Gemeinschaft, die Partnerschaft. Nur vor diesem Hintergrund kann er - wie es Oscar Wilde ausdrückt: "das eigene Wesen völlig zur Entfaltung bringen!" Wir nennen das heute Selbstverwirklichung.

In der Psychologie hat der Amerikaner Abraham Maslow den Begriff prominent gemacht. Danach wird der Mensch in seinem Verhalten von hierarchisch strukturierten Bedürfnissen geleitet. Diese lassen sich als Pyramide darstellen, an deren Basis sich die grundlegenden körperlichen Bedürfnisse befinden, während an der Spitze das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung steht. Dazwischen rangieren Sicherheit - Liebe - Anerkennung - also auch alles Kategorien aus dem sozialen Umfeld.

Oft wird krasser Individualismus oder sogar Egoismus als Voraussetzung für Selbstverwirklichung angesehen. Doch sie kann sich letztlich nur gemeinsam mit anderen Menschen entwickeln, denn der Mensch ist ein soziales Wesen, das seine Identität nur über die Bestätigung und Anerkennung durch die Mitmenschen erringen kann. Auch sogenannte Aussteiger gehen dorthin, wo sich andere Aussteiger bereits versammelt haben, um hier wenigstens die Anerkennung als Aussteiger zu bekommen.

Und selbst die Existenzialisten im Gefolge Sartres verkünden eine Zuwendung zu den Mitmenschen. Sie begründen sie aber nicht mit einem Grundbedürfnis des Menschen als sozialem Wesen, sondern aus Verantwortung, aus Liebe, aus dem Willen zur Gestaltung eines "guten" Lebens.

Die persönlichste Form dieser Zuwendung findet der Mensch in der Partnerschaft, der Ehe, der Familie, den Kindern. Die biografischen Faktoren Liebe und Vertrauen steigern das Selbstwertgefühl und schaffen eine wichtige Voraussetzung für gute Sozialbeziehungen.

Wer glücklich liebt, wird aktiver, wird spontaner und produktiver.....

 

 

 

 

 

 

 

 


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